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Fahrgeldanspruch für Leiharbeitnehmer

Ein für die Beschäftigten in der Leiharbeit wichtiges Urteil hat nun die IG Metall vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm erstritten. Nach dem Urteil haben Leiharbeitnehmer grundsätzlich einen Anspruch auf Ersatz der aus dem Einsatz bei verschiedenen Entleihern entstehenden Fahrtkosten, soweit diese die Anfahrt zum eigenen Vertragsarbeitgeber überschreiten. (Az.5 Sa 1437/15) 

Werden Leiharbeitnehmer in weiter entfernten Entleihbetrieben tätig, wenden sie die damit verbundenen Mehrkosten im Interesse des Arbeitgebers auf. Die Anreise der Arbeitnehmer stellt somit einen Teil der eingegangenen Arbeitspflicht dar. Die hiermit verbundenen Aufwendungen seien durch den normalen Vergütungsanspruch für die Wegezeiten keineswegs abgegolten.

Wie das Arbeitsgericht zu Recht erklärte, stellen auch Vereinbarungen in Allgemeinen Geschäftsbedingung, die einen Anspruch auf Ersatz von Anfahrtskosten zum Einsatzbetrieb pauschal ausschließen, eine unangemessene Benachteiligung des Arbeitnehmers dar.

Die Leiharbeitnehmer müssen sich auch nicht mit steuerlichen oder sonstigen Pauschalbeträgen zufrieden geben, sondern sie haben einen Anspruch auf die Bezahlung der tatsächlich entstandenen Aufwendungen.

Da das Urteil von grundlegender Bedeutung ist, hat das LAG die Revision zugelassen, damit ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Die IG Metall empfiehlt nun allen betroffenen Leiharbeitnehmern deren Weg von zu Hause zum Einsatzort länger ist als der Weg zum Vertragsbetrieb, die hierdurch entstehenden Kosten geltend zu machen. Für ihre Mitglieder wird die IG Metall Arnsberg die hierfür notwendigen Geltendmachungen rechtssicher erledigen.